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Troubleshooting

Wir erleben täglich Überraschungen und müssen dann auch mal improvisieren, um ein Problem (trotzdem) zu lösen. Hier sehen Sie einige Beispiele aus unserer Praxis.

Musterlieferung ins Hotel

Einer unserer Kunden war in Deutschland unterwegs und entschied kurzfristig, einige mittelformatige Natursteinmuster persönlich mitzunehmen. Sein Hotel war ca. 80 km vom Hersteller entfernt. Problem: es war Freitagnachmittag, im Werk war nur noch der Pförtner. Niemand konnte die Platten fachgerecht verpacken und verschicken. Wir organisierten einen Kurierdienst, der die Platten unverpackt in seinem Fahrzeug verteilte und persönlich an der Hotelrezeption übergab – übrigens zum fairen Preis einer normalen Zustellung.

Sonderkorrespondenz

Dass manchmal überraschend eine Palette mehr oder weniger als geplant in den Container passt, kommt häufiger vor. Außergewöhnlicher (aber auch tatsächlich mehrfach passiert) ist der Fall, dass die Software des Lieferanten beim Druck von Lieferscheinen und Rechnungen mit unterschiedlichen Rundungen rechnet und sich somit Differenzen im Bereich von 0,05 qm bei den Liefermengen ergeben. Der russische Zoll hat diese Lieferungen samt und sonders blockiert und die Papiere nicht akzeptiert. Wir haben in enger Abstimmung mit den Behörden zweisprachige Dokumente erstellt, mit denen die Fehler berichtigt und die Lieferungen freigegeben wurden.

Bootsunfall

Einer unserer Kunden hat in Russland einen Unfall mit einem Motorboot erlitten, bei dem ihm unter anderem von der Schiffsschraube mehrere Schnitte im Gesicht zugefügt wurden. Die Versorgung der Schnittwunden gelang in einem Moskauer Krankenhaus tadellos, aber es waren auch Gesichtsnerven durchtrennt worden, was zu einer halbseitigen Gesichtslähmung führte. In Moskau wurde dem Patienten nahegelegt, zur weiteren Behandlung nach Deutschland oder Israel zu fliegen, da es in Russland keine Möglichkeit für eine derart diffizile Operation gäbe. Wir konnten eine dafür qualifizierte Abteilung in der Universitätsklinik Erlangen finden und kurzfristig einen Behandlungstermin beim Chefarzt arrangieren. Nachdem der Patient in seiner Mobilität durch einige Knochenbrüche erheblich eingeschränkt war, holten wir ihn in München vom Flughafen ab und brachten ihn zum Klinikum. Chefarzt und Patient konnten sich zwar rudimentär auf Englisch verständigen, aber auf Wunsch des Patienten begleiteten und dolmetschten wir alle Untersuchungen zusätzlich. Ergebnis war ein detailliertes Behandlungskonzept, mit dem auch ohne Operation sehr gute Heilungschancen bestehen.

Autounfall

Einer unserer Kunden wurde mit seinem in Russland zugelassenen Privat-PKW auf einer deutschen Autobahn unverschuldet in einen schweren Unfall mit Totalschaden seines Autos verwickelt. Glücklicherweise wurden weder er selbst noch die mitreisenden Familienmitglieder ernsthaft verletzt, so dass keine ärztliche Versorgung erforderlich war. Er rief noch von der Unfallstelle bei uns an, um sich Verhaltensmaßregeln für die Vernehmung durch die deutsche Polizei und eine Empfehlung für die weitere Vorgehensweise geben zu lassen. Am nächsten Morgen waren wir persönlich vor Ort, um uns über den Stand der polizeilichen Ermittlungen zu informieren und uns zu vergewissern, dass er tatsächlich ohne den Vorwurf einer Fahrerflucht weiterreisen kann. Dabei klärten wir das weitere Verbleiben seines Fahrzeugwracks. Aufgrund des früheren Exports nach Russland musste das Fahrzeug - ein Audi! - formal nach Deutschland eingeführt, verzollt und versteuert werden. Gleichzeitig vermittelten wir den Kontakt zu einem deutschen Anwalt unseres Vertrauens; die weitere Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant lief über uns, da alles übersetzt werden musste, die deutschen Gepflogenheiten für den Russen erklärungsbedürftig waren und ein Stützpunkt in Deutschland praktisch unverzichtbar war. Der deutsche Sachverständige berechnete einen Restwert von 20.000 Euro für den zerstörten Audi – nach deutschem Preisniveau. Wir recherchierten, dass auf diesen Fahrzeugtyp in Russland ein Einfuhrzoll von 25% erhoben wird, der dazu führt, dass sowohl die Neu- als auch Gebrauchtfahrzeuge 25% teurer sind als vergleichbare Exemplare in Deutschland. Gemeinsam mit dem Anwalt setzten wir gegenüber der gegnerischen Versicherung durch, dass der Restwert daher mit 25.000 Euro anzusetzen ist. Die gutgemeinte Empfehlung von dritter Seite, sich doch einfach einen gebrauchten Audi vom deutschen Markt als Ersatz mitzunehmen, mussten wir dem Kunden ausreden, als wir herausfanden, dass Russland seit einiger Zeit auf vergleichbare Fahrzeuge bei der Einfuhr eine "Recycling Fee" (eine Art vorweggenommene Verschrottungsgebühr für die spätere Beseitigung) in Höhe von 13.000 Euro erhebt. Nachdem wir einen Leihwagen besorgt hatten, konnte unser Kunde seine Reise fortsetzen. Die anwaltliche Auseinandersetzung mit der deutschen Versicherung, die bis zur Klageeinreichung ging, dauerte insgesamt 8 Monate, am Ende wurden aber alle Schadenersatzforderungen inkl. Abschleppen, Nutzungsausfall, Lager- und Verschrottungskosten des Wracks und Schmerzensgeld bezahlt.